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Der beste unabhängige Reiseführer für Mafra
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Mafra ist eine traditionsreiche portugiesische Stadt, die sich durch einen der größten und prächtigsten Paläste Europas auszeichnet - den Palacio de Mafra. Der weitläufige Palastkomplex beherbergt ein imposantes Kloster, eine kunstvoll gestaltete Basilika sowie eine beeindruckende Bibliothek. Letztere verfügt über einen wertvollen Bestand von mehr als 36.000 historischen Büchern und beheimatet zudem eine eigene Fledermauskolonie.
Die Stadt liegt nur 30 Kilometer nordwestlich der portugiesischen Hauptstadt und eignet sich damit hervorragend für einen Tagesausflug von Lissabon aus. In diesem Reiseführer stellen wir Ihnen Mafra ausführlich vor. Sie erhalten einen umfassenden Einblick in die Sehenswürdigkeiten, praktische Reisetipps sowie wertvolle Hinweise für einen gelungenen Tagesausflug.
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Der prächtige Palast befindet sich inmitten von Mafra.
Die 90 Meter lange Bibliothek, die zu den bedeutendsten Bibliotheken weltweit zählt
Die prachtvolle Innenausstattung der Basilika
Der königliche Spielsalon des Palastes mit einer der ersten historischen Flipperautomaten
Der Palast bildet das Herzstück und zugleich die wichtigste Sehenswürdigkeit Mafras. Im Vergleich zu diesem gewaltigen Bauwerk wirkt der Rest der Stadt geradezu bescheiden. Die beeindruckende Frontfassade erstreckt sich über 250 Meter; die beiden jeweils 68 Meter hohen Glockentürme beherbergen insgesamt 92 Glocken.
Die Errichtung des Palastes erfolgte zwischen 1717 und 1755. Er diente sowohl als königliche Residenz als auch als Klosteranlage. Der Komplex umfasst mehr als 1.200 Räume, die durch über 150 Treppenhäuser miteinander verbunden sind. Auch wenn nur ein Teil davon öffentlich zugänglich ist, legen Sie bei einer Besichtigung dennoch mehr als 1,5 Kilometer durch verschiedene Prunkräume zurück – die schiere Größe des Palastes ist schlichtweg überwältigend.
Das Jagdzimmer im Palast Mafra
Das ehemalige Krankenzimmer des Klosters, die königlichen Gemächer sowie die atemberaubende Bibliothek stehen Besuchern zur Besichtigung offen. Sämtliche Räumlichkeiten wurden mit großer Sorgfalt restauriert und beherbergen originale Möbelstücke, Kunstwerke und historische Exponate. Der Palast ist ein wahres Juwel der Architekturgeschichte und zählt zu den herausragendsten Sehenswürdigkeiten Portugals.
Während der 40-jährigen Bauzeit waren durchschnittlich 15.000 Arbeiter täglich auf der Baustelle beschäftigt, zu Spitzenzeiten sogar bis zu 25.000! Zur Beaufsichtigung dieser gewaltigen Arbeiterschaar wurde ein Zehntel der portugiesischen Armee – etwa 8.000 Soldaten – abkommandiert.
In der Krankenstation wurden die Betten so ausgerichtet, dass die erkrankten Mönche vom Krankenlager aus dem Gottesdienst folgen konnten - alle Betten zeigen zum Altar hin.
Ursprünglich war das Kloster für lediglich 13 Kapuzinermönche konzipiert. Dank des reichlich fließenden Goldes aus Brasilien wurde der Bau jedoch erheblich erweitert, sodass schließlich 330 Mönche hier ihr Zuhause fanden.
Die prunkvollen Räumlichkeiten waren anfangs nicht vorgesehen. Erst eine spätere Planänderung ermöglichte die Nutzung als königlichen Jagdpalast. Zwischen dem Königs- und dem Königinnenturm erstreckt sich eine Distanz von 220 Metern. Ein zentral gelegener Raum ermöglichte es dem Königspaar, dem Gottesdienst beizuwohnen, ohne ihre privaten Gemächer verlassen zu müssen.
Die in der Bibliothek beheimatete Fledermauskolonie schützt seit über 300 Jahren auf natürliche Weise die wertvollen Buchbestände vor Insektenbefall. Die kleinen Säugetiere werden zweimal nächtlich hinausgelassen und können dabei Insekten im Umfang ihres doppelten Körpergewichts vertilgen - eine äußerst effektive Form der biologischen Schädlingsbekämpfung.
Der Königinnenturm des Palastes
Möchten Sie Mafra in einer kleinen Gruppe erkunden?
Das Niveau der Führungen in Portugal ist ausgesprochen hoch. Sachkundige Reiseleiter und engagiertes Personal machen Ihren Ausflug zu einem besonderen Erlebnis. Zudem lernen Sie dabei Gleichgesinnte kennen. Eine Auswahl der besten Touren nach Mafra finden Sie auf GetYourGuide.com.
Der Eintrittspreis für den Palacio de Mafra beträgt 6,00 EUR; Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt. Der Palast ist von Mittwoch bis Montag zwischen 9:00 und 18:00 Uhr geöffnet (letzter Einlass: 17:00 Uhr).
Dienstags bleibt die Anlage geschlossen – eine Besonderheit, da die meisten staatlichen Sehenswürdigkeiten üblicherweise montags geschlossen sind.
Planen Sie für Ihren Besuch etwa 90 Minuten ein, während derer Sie viel zu Fuß unterwegs sein werden. In jedem Raum finden Sie Informationstafeln auf Portugiesisch und Englisch. Zusätzlich können Sie für 1,00 EUR eine informative Broschüre erwerben.
König Johann V. (1689 – 1750) ließ den Palast aus Dankbarkeit für seine gesunde Thronerbin María Bárbara (die spätere Königin von Spanien) errichten.
Der König war mit Königin Maria Anna verheiratet. Drei Jahre lang blieb dem Paar ein gesunder Thronfolger verwehrt. Daraufhin gelobte Johann V., an der Stelle des alten Klosters in Mafra einen prächtigen Neubau errichten zu lassen, sollte ihm ein gesunder Thronfolger geschenkt werden. Sein Gelübde schien Wirkung zu zeigen – in der Folge brachte seine Gemahlin sechs gesunde Kinder zur Welt.
Im 18. Jahrhundert flossen unermessliche Reichtümer aus den portugiesischen Kolonien ins Mutterland. Dennoch brachte der aufwendige Palastbau das Land an den Rand des finanziellen Ruins.
Das Schlafgemach von König Johann
Wenngleich der Palast die bedeutendste Attraktion Mafras darstellt, bietet die Stadt noch einige weitere sehenswerte Ziele.
An der Rückseite des Palastes erstreckt sich der beschauliche Jardim do Cerco, eine kunstvolle Gartenanlage mit schattigen Waldwegen. Dahinter eröffnet sich der Naturpark Tapada Nacional de Mafra, das einstige königliche Jagdrevier.
Auch das Stadtzentrum Mafras ist einen Besuch wert. Hier erwartet Sie eine entspannte Atmosphäre sowie eine vielfältige Auswahl an Cafés und Restaurants, in denen Sie eine gemütliche Mittagspause einlegen können.
Das reizende Stadtzentrum in Mafra
Ein typischer Tagesausflug nach Mafra nimmt etwa zwei bis drei Stunden in Anspruch. Wir empfehlen Ihnen, den Ausflug mit einem Besuch in Ericeira zu verbinden. Der malerische Küstenort ist besonders bei Surfern beliebt und besticht durch seinen charmanten Hafen sowie die reizvolle Altstadt. Ericeira erreichen Sie bequem in nur 20 Minuten mit dem Bus von Mafra aus – Sie nutzen einfach denselben Bus, der Sie von Lissabon nach Mafra gebracht hat, und fahren bis zur Endhaltestelle weiter.
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Sintra gilt als das herausragende Ausflugsziel in der Region Lissabon und sollte bei Ihrer Reiseplanung Priorität genießen. Obidos bezaubert als malerisches Städtchen mit seiner historischen Stadtmauer und ist deutlich überschaubarer als Sintra. Beide Orte sind besonders in den Sommermonaten von Besuchermassen geprägt. In Mafra und Ericeira hingegen geht es merklich beschaulicher zu.
Für Tagesausflüge ab Lissabon empfehlen wir folgende Reihenfolge: Sintra, Cascais, Obidos, Mafra und Setubal. Verfügen Sie über einen Mietwagen, lohnt sich zudem ein Abstecher nach Sesimbra und in die Serra da Arrabida.
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Die bequemste und kostengünstige Verbindung nach Mafra bietet der regelmäßig verkehrende Linienbus der Gesellschaft Carris Metropolitana. In Lissabon starten die Busse vom Busbahnhof Campo Grande, den Sie sowohl mit der gelben als auch der grünen Metrolinie erreichen können.
Bitte beachten Sie: Der Bus fährt bis zur Endstation Ericeira (entsprechend wird "Ericeira" auf dem Fahrtziel angezeigt). Die Fahrtdauer nach Mafra beträgt etwa 40 Minuten. Fahrkarten erhalten Sie direkt beim Busfahrer zu folgenden Preisen: 4,50 EUR für Erwachsene, 2,25 EUR für Kinder, 9,00 EUR für eine Hin- und Rückfahrkarte.
Weitere Informationen finden Sie unter
www.
Wenn Sie mit dem eigenen Fahrzeug anreisen, steht Ihnen im südlichen Stadtgebiet ein großzügig angelegter, kostenfreier Parkplatz zur Verfügung.
Der Carris Metropolitana-Bus im Busbahnhof Campo Grande (Lissabon)
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